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Rumänienaustausch: Seit dem Herbst 2014 kommen Jugendliche aus Satu Mare zu uns

2013 begann der Austausch zwischen unserem Gymnasium und dem Gymnasium Satu Mare im Nordwesten Rumänien mit einem ersten Informationsbesuch von zwei Lehrkräften und zwei Schülerinnen aus der 12. Klasse. Danach wurde auf beiden Seiten entschieden, das Projekt zu realisieren: Seit 2014 kommt im September/Oktober eines jeden Jahres eine Gruppe von 10 bis 12 Schülerinnen und Schülern aus Satu Mare zu uns, im Mai des Folgejahres gibt es dann jeweils einen Gegenbesuch. Unterbrochen wurde dieser Ablauf nur durch die Pandemie.

Initiator dieser Partnerschaft ist Herr Reinhold Bonnert, der seit 2006 bei uns unterrichtet und zuvor mehrere Jahre lang als Auslandslehrer in Rumänien, Ungarn und der Türkei als tätig war. Zudem ist seine Ehefrau gebürtige Rumänin, hat ihr Abitur aber in Deutschland abgelegt. Auch unser früherer Hausmeister, Herr Willi Kast stammte aus Siebenbürgen in Rumänien.

Auf den Internetseiten des Hessischen Kultusministeriums entdeckte Herr Bonnert gleich mehrere Schulen, die gezielt nach einer Partnerschule in Deutschland suchten, und zog das Gymnasium Satu Mare in Erwägung. Die Stadt sowie die ganze Gegend sind mit Deutschland durch eine lange Wandergeschichte verbunden, sodass viele Menschen dort sowohl Rumänisch als auch Deutsch und Ungarisch sprechen, später in der Schule noch Englisch und Französisch hinzubekommen. Unfassbar: das sind dann fünf Sprachen, über die viele verfügen! Auch die Schülerinnen und Schüler, die zu uns kommen, sprechen Deutsch, die Sprache ist also nicht das Problem, wenn man sich näher kennenlernen möchte.

Die wechselseitigen Zugfahrten führen unter anderem an der Donau entlang durch die Hauptstädte Wien und Budapest – denn der Fluss verbindet auf seinem Weg von Deutschland bis ans Schwarze Meer insgesamt elf Länder miteinander.

„Der Austausch soll vor allem dazu dienen, dass sich europäische Jugendliche über Landesgrenzen kennen lernen, wechselseitige Vorurteile abbauen, Gemeinsamkeiten entdecken, aber auch Unterschiede“, erklärt Herr Bonnert, der die Fahrt regelmäßig zusammen mit Herrn Weidmann durchführt. „Mit Rumänien verbindet uns eine lange gemeinsame Geschichte, die auch den Zweiten Weltkrieg umfasst. Das Land besitzt eine spannende Kultur und eine wunderschöne, artenreiche Natur. Doch die Menschen dort müssen mit weniger Wohlstand auskommen als wir – und die Erfahrung der letzten Diktatur liegt ihnen näher als uns.“

Die Fahrt nach Rumänien dauert jeweils sieben Tage, abzüglich der Hin- und Rückfahrt. Diese wiederum verläuft über 1200 Kilometer ab Hanau und dauert mit dem Zug rund 18 Stunden, wobei in eine andere Zeitzone gewechselt wird. „Die Schülerinnen und Schüler übernehmen dabei nur die Fahrtkosten von 180 bis 200 Euro – direkt vor Ort wohnen sie in deutschen beziehungsweise rumänischen Gastfamilie“, so Herr Bonnert. Die gemeinsamen fünf Tage stehen immer unter einem bestimmten Projektthema, in diesem Schuljahr lautet es „Kunst und Natur“. Außerdem besucht man gegenseitig den Schulunterricht, erkundet Nidda und Satu Mare, macht Ausflüge in die weitere Umgebung und verbringt die Freizeit miteinander. „Auf diese Weise sind schon Freundschaften entstanden, die dann auch Bestand haben“, freut sich Herr Bonnert. „Daraus folgen dann zum Beispiel private Besuche in den Sommerferien.“

Anmeldung für die Rumänienfahrt im Frühjahr sind direkt bei Herrn Bonnert möglich.