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Mit Vollgas und Sensoren: Jahrgangsstufe 9 erlebt Technik hautnah

Projekttage am Gymnasium Nidda verbinden Verkehrserziehung, Technik und Programmieren – Schülerinnen und Schüler sammeln praktische Erfahrungen für den Alltag und die Zukunft

Die ersten Schritte mithilfe der Bauanleitung
Erfolgreiches Fahrtraining abgeschlossen
Keine Risiken im Straßenverkehr
Konstruieren und Progammieren im Wechsel
Praktisches Fahren
Teamarbeit beim Programmieren
Verantwortung im Straßenverkehr

Nidda – Theorie trifft Praxis: Für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 des Gymnasiums Nidda standen vor den Herbstferien besondere Projekttage auf dem Programm. Im Mittelpunkt der MINT-Woche standen technische Zusammenhänge, verantwortungsbewusstes Verhalten im Straßenverkehr und erste praktische Erfahrungen mit automatisierten Systemen. Dabei durften die Jugendlichen nicht nur zuhören und zuschauen, sondern selbst ausprobieren, programmieren und – unter fachkundiger Anleitung – sogar hinter dem Steuer Platz nehmen.

Sicher unterwegs – das Fahrschulprojekt

Ein Projekttag stand ganz im Zeichen der Verkehrssicherheit. Im Rahmen eines Fahrschulprojekts der Fahrschule Haas aus Gedern erhielten die Jugendlichen einen Einblick in die theoretischen Grundlagen, die für den späteren Führerscheinerwerb eine wichtige Rolle spielen.

Doch es ging um weit mehr als Verkehrszeichen und Vorfahrtsregeln. Thematisiert wurden auch die Gefahren im Straßenverkehr und die Verantwortung, die mit der Teilnahme am Straßenverkehr verbunden ist. Besonders im Fokus standen dabei Unfälle mit E-Scootern. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren, welche Risiken unterschätzt werden können und warum Aufmerksamkeit, Rücksichtnahme und ein verantwortungsvolles Verhalten entscheidend sind.

Auch die Technik kam nicht zu kurz. Verschiedene Fahrzeuge wurden unter die Lupe genommen und technische Besonderheiten erklärt. Dabei wurde deutlich, dass sich Fahrzeuge nicht nur äußerlich unterscheiden, sondern auch bei Antrieb, Bedienung und Fahrverhalten ganz unterschiedliche Eigenschaften aufweisen.

Der Höhepunkt: selbst am Steuer

Zum Höhepunkt des Projekttages ging es auf den Festplatz in Eichelsdorf. Dort konnten die Jugendlichen die zuvor besprochenen Inhalte unmittelbar in der Praxis erleben.

Unter fachkundiger Begleitung durften sie erste Erfahrungen mit dem Fahren sammeln und dabei sowohl Fahrzeuge mit Schaltgetriebe als auch mit Automatikgetriebe kennenlernen. Für viele Schülerinnen und Schüler war dies sicherlich der spannendste Teil des Tages: Statt nur über Autofahren zu sprechen, hieß es nun, selbst einmal das Lenkrad in die Hand zu nehmen.

Die praktische Erfahrung machte dabei deutlich, wie viele einzelne Abläufe beim Fahren zusammenspielen müssen. Lenken, Bremsen, Beschleunigen und – beim Schaltwagen – das Zusammenspiel von Kupplung und Gangschaltung erfordern Konzentration und Koordination.

Von der Straße ins Labor

Ein weiterer Projekttag führte die Jahrgangsstufe 9 an die Universität Gießen. Dort wartete mit „PIA – Physik in Aktion“ ein Angebot, das die Jugendlichen in die Welt des Programmierens und der Robotik entführte.

Nach einer kurzen Einführung erfuhren die Schülerinnen und Schüler zunächst, welche Bedeutung automatisierte Systeme bereits heute in unterschiedlichen Lebensbereichen haben. Ob in der Industrie, im Haushalt oder auch im militärischen Bereich – automatisierte Abläufe und intelligente technische Systeme sind aus der modernen Welt kaum noch wegzudenken.

Anschließend wurde es praktisch: Die Jugendlichen programmierten kleine Roboter und mussten ihnen verschiedene Befehle geben. Dabei zeigte sich schnell, dass ein Roboter zwar Befehle zuverlässig ausführt, aber nur genau das tut, was ihm zuvor einprogrammiert wurde.

Eine besondere Herausforderung bestand darin, die Roboter mithilfe ihrer Sensoren durch ein Labyrinth zu manövrieren. Schritt für Schritt mussten die Schülerinnen und Schüler überlegen, welche Befehle notwendig sind, damit der Roboter Hindernisse erkennt, die richtige Richtung einschlägt und schließlich sicher ans Ziel gelangt.

Dabei waren logisches Denken, Teamarbeit und Geduld gefragt. Wenn der Roboter nicht so reagierte wie erwartet, hieß es: Fehler suchen, Programm verändern und erneut ausprobieren. So wurde Programmieren zu einem spannenden Experiment, bei dem Erfolg und Misserfolg unmittelbar sichtbar wurden.

Zum Abschluss des Projekttages erhielten die Schülerinnen und Schüler Zertifikate für ihre erfolgreiche Teilnahme. Damit gab es nicht nur viele neue Eindrücke, sondern auch eine sichtbare Anerkennung für die erworbenen Erfahrungen und Kenntnisse.

MINT zum Anfassen

Die Projekttage zeigen eindrucksvoll, wie vielseitig die MINT-Förderung am Gymnasium Nidda gestaltet werden kann. Naturwissenschaftliche und technische Inhalte werden dabei nicht ausschließlich im Klassenraum vermittelt, sondern mit praktischen Erfahrungen und außerschulischen Lernorten verbunden.

Die MINT-Woche ist damit auch über die Projekttage hinaus noch lange nicht beendet. Weitere Bausteine stehen bereits fest: Vor den Sommerferien 2027 ist der Besuch des Erlebnisbergwerks in Merkers geplant. Dort können die Jugendlichen weitere Einblicke in Technik, Naturwissenschaften und die Arbeitswelt unter Tage gewinnen.

Nach den Osterferien steht außerdem die Teilnahme an einem ganzheitlichen Seminar von pro familia auf dem Programm. Damit wird das Angebot um wichtige Themen der persönlichen Entwicklung und des verantwortungsvollen Umgangs miteinander ergänzt.

Ob am Steuer eines Fahrzeugs, beim Programmieren eines Roboters oder tief unter Tage im Erlebnisbergwerk: Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 sammeln in den verschiedenen Projekten Erfahrungen, die über den klassischen Unterricht hinausgehen. Die Projekttage machen deutlich, dass Lernen besonders dann spannend wird, wenn Wissen nicht nur vermittelt, sondern selbst erlebt, ausprobiert und angewendet werden kann.