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Finanzielle Bildung im Fokus: VR Bank informiert Zehntklässler des Gymnasiums Nidda über Zinseszins, Kredite und Schuldenfallen

Wie wirkt Zinseszins eigentlich in der Realität, und warum kann ein unbedachter Handyvertrag zur Schuldenfalle werden? Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigte sich die gesamte Jahrgangsstufe 10 des Gymnasiums Nidda am 16. April 2026 in einem interaktiven Vortrag zur finanziellen Bildung. Eingeladen waren Adrian Spangenberger und Tim Feinauer von der VR Bank Main-Kinzig-Büdingen, die dort für den Bereich finanzielle Bildung zuständig sind. Organisiert wurde die Veranstaltung von Lehrer Philipp Kalbfleisch.

Der Impuls für den Vortrag entstand bereits im vergangenen Schuljahr: Im Mathematikunterricht waren Fragen zu Zinseszins und Kreditmodellen aufgekommen – Anlass genug, das Thema in diesem Jahr für alle Zehntklässler umfassend und praxisnah aufzubereiten.

Mit einer einfachen, aber wirkungsvollen Einstiegsfrage holten Spangenberger und Feinauer die Schülerinnen und Schüler ab: Was geschieht mit 1000 Euro, wenn man sie anlegt – oder wenn man sie leiht? Diese Frage öffnete die Tür zu einem der zentralen Themen des Vormittags: der Macht des Zinseszinses.

Die Jugendlichen berechneten mithilfe der Zinseszinsformel verschiedene Szenarien für ihre eigene finanzielle Zukunft. Verglichen wurden konservative Geldanlagen mit risikoorientierten Investitionen. Besonders deutlich wurde dabei, wie stark der Faktor Zeit die Kapitalbildung beeinflusst – und wie frühzeitiges Sparen langfristig enorme Effekte erzielen kann.

Im zweiten Teil des Vortrags ging es um Kreditarten und deren Funktionsweise. Die Experten erklärten Unterschiede zwischen Ratenkredit, Dispokredit und Hypothek und nahmen auch das Prinzip „Buy now, pay later“ unter die Lupe. Dabei wurde klar: Solche Modelle wirken oft harmlos, bergen aber erhebliche Risiken. Mahngebühren, steigende Zinsen oder sogar negative SCHUFA-Einträge können schnell zur Belastung werden – besonders, wenn finanzielle Grundkenntnisse fehlen.

In einer offenen Diskussionsrunde beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit der Frage, warum ein schlechter SCHUFA-Score problematisch ist. Ob Wohnungssuche, Kreditaufnahme oder Handyvertrag – viele Lebensbereiche hängen von einer positiven Bonität ab.

Anhand eines Fallbeispiels eines Siebzehnjährigen wurde verdeutlicht, wie schnell Schulden entstehen können: In-App-Käufe, Spiele, mehrere Handyverträge, Ratenkäufe und sozialer Druck führten dort zu einer Spirale, die ohne Unterstützung kaum zu stoppen gewesen wäre.

Spangenberger zitierte in diesem Zusammenhang Henry Ford: „Reich wird man nicht durch das, was man verdient, sondern durch das, was man nicht ausgibt.“

Philipp Kalbfleisch betonte die Bedeutung solcher Veranstaltungen: Mangelnde Finanzbildung sei einer der Hauptgründe für spätere Verschuldung – umso wichtiger sei es, frühzeitig Bewusstsein für den richtigen Umgang mit Geld zu schaffen. Er bedankte sich herzlich bei der VR Bank sowie bei Adrian Spangenberger und Tim Feinauer für ihren engagierten Einsatz und die praxisnahen Einblicke. Der Vormittag zeigte: Finanzielle Bildung ist kein trockenes Thema, sondern ein entscheidender Baustein für ein selbstbestimmtes Leben.

Lisa Hinkel