Am 23.1. besuchte der Ethikkurs der 5. Klassen zusammen mit Frau Hocke das Jüdische Museum in Nidda. Schon der Hinweg führte uns an Spuren des jüdischen Lebens in Nidda vorbei: an der ehemaligen Synagoge in der Schillerstraße 33, die, 1937 zwangsverkauft und umgebaut, heute wie ein normales Wohnhaus aussieht. Allerdings findet man noch eine Art Apsis, die den Thoraschrein beherbergte. Durch die Schlossgasse ging es am Haus der Familie Eckstein vorbei. Dort erinnern fünf Stolpersteine an das Schicksal dieser jüdischen Familie: an deren Deportation und vor allem den grausamen Tod Emanuel Ecksteins, der, von einer Gruppe Jugendlicher durch die Straßen zum Niddaer Bahnhof gehetzt, dort 1939 starb.

 

Im Museum empfing uns Frau Schiebe, die sich sehr engagiert für das Jüdische Museum einsetzt und den Vormittag mit uns gestaltet hat, zusammen mit einer weiteren Mitarbeiterin des Museums, Frau Rieck. Hier lernten wir in drei Gruppen viel über jüdische Bräuche, über die Synagoge und auch ein bisschen Hebräisch. Es gab selbst gebackene Mazzen zu kosten, ungesäuertes Brot, das an den überstürzten Ausbruch der Israeliten aus Ägypten bzw. ihre Erlösung aus der ägyptischen Sklaverei erinnern soll. Dies wird am Pessach-Fest gefeiert. Auch viele andere Speisen des Sederabends, mit dem das Pessach-Fest eingeleitet wird, haben einen Symbolgehalt: Bitterkräuter stehen zum Beispiel für die herbe Erfahrung des Sklavenlebens und ein Krug mit Salzwasser für die dort geweinten Tränen.

Nach so vielen Informationen tat der Spaziergang zum Jüdischen Friedhof gut, für den Frau Schiebe den Schlüssel bereithielt. Wir erkundeten die Inschriften der Gräber, die einiges über die vergangenen Lebenswege preisgeben. Auf dem Denkmal am Eingang des Friedhofs fanden wir die Namen derjenigen wieder, über deren Schicksal in der NS-Zeit wir schon einiges erfahren hatten.

 

Zurück im Jüdischen Museum gab es noch einen sehr vergnüglichen Abschluss: Die Bonbons, die schon die ganze Zeit vor interessierten Schülerhänden hatten beschützt werden müssen, kamen jetzt endlich zum Einsatz, nämlich beim Spielen mit dem Dreidl. Das ist eine Art Kreisel mit hebräischen Zeichen, denen zufolge man Bonbons verliert oder gewinnt. Die jüdischen Kinder spielen dieses Spiel vor allem an Chanukka, dem Lichterfest, das an die Wiedereinweihung des Tempels in Jerusalem 165 v. Christus erinnert und in die Zeit des christlichen Weihnachtsfestes fällt. Spannung garantiert.

 

Vielen herzlichen Dank an Frau Schiebe und Frau Rieck, aber auch an die Schüler und Schülerinnen für ihr großes Interesse an diesem anregenden Vormittag, der uns mit den Schönheiten und gleichzeitig den sehr traurigen Seiten jüdischen Lebens bekannt gemacht hat! Das Jüdische Museum (Raun 62) hat immer sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet und lohnt einen Besuch!

Termine

     
     

 

 

 

Faszination Schule

Schule ist eine Herausforderung     

... nehmen wir sie an!

Schule ist ein Abenteuer

... lassen wir uns darauf ein!

Schule ist ein Ziel

... verfolgen wir es unbeirrt!

Schule ist eine Reise

... machen wir uns auf den Weg!

(Schulprogramm 2012)

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