Zwei Geschichtskurse der Q2 (Jahrgang 12) des Gymnasiums Nidda weilten vom 25. bis zum 27. April 2018 auf dem Ettersberg oberhalb der Stadt Weimar in der dortigen Gedenkstätte des NS-Konzentrationslagers Buchenwald; sie sammelten und verarbeiteten intensive Erfahrungen mit der Geschichte des Nationalsozialismus, die in den folgenden Sachbericht eingingen:

 

 

Tag 1:

In der Jugendbegegnungsstätte Buchenwald lernten wir unsere beiden Betreuer vor Ort kennen, die Gedenkstätten-Pädagogen Frau Julia Treumann und Herrn Jan Malecha, welche uns in den folgenden Tagen begleiteten. Zudem trugen wir unsere Erwartungen an den Aufenthalt in Buchenwald und die Veranstaltungen zusammen, damit wir diese am letzten Tag mit dem tatsächlich Erlebten vergleichen konnten.

 

Tag 2:

Wir trafen uns zu einer Lagebesprechung, um die Programmpunkte des Tages zu klären, und begannen dann mit der Führung durch die Überreste des KZ Buchenwald am sogenannten „Carachoweg“, auf welchem die Häftlinge von der SS in das Lager gehetzt wurden, unter anderem mit Hunden.

Anschließend betrachteten wir das Modell des gesamten KZ-Komplexes, welches sich im Torhaus befindet. Das große Eingangstor mit der zynischen Inschrift „Jedem das Seine“, vom Appellplatz aus lesbar, war unser nächster Halt, bevor wir zu einer Sanitätsbaracke gingen, welche als einzige Holzbaracke noch erhalten ist, jedoch erst vor etwa 20 Jahren wieder aufgebaut wurde. Dort erfuhren wir Erschreckendes vom Alltag im Krankenlager, welcher oftmals tödlicher war als der in den anderen lebensgefährlichen Teilen des KZs, weshalb kranke Häftlinge versuchten die Baracke zu meiden.

 

Wir begaben uns danach zum „Krematorium“, welches von den Nazis mit leistungsstarken Öfen versehen wurde, um die vielen Toten zu verbrennen. Es war uns dabei freigestellt, ob wir das Gebäude betreten wollten.

 

Nach dem Rundgang erfolgte eine Evaluationsrunde im Gruppenraum, in der das Erlebte besprochen wurde. Am Nachmittag standen Workshops, in die wir uns nach persönlichem Interesse einwählten, auf der Tagesordnung. Aufgrund eines Krankheitsfalles im Team der Gedenkstätte entfiel jedoch die Möglichkeit im Archiv nach Häftlingen aus unserer Region Nidda zu forschen.

 

Als die Workshops, die den Umgang mit Musik im KZ, die Arbeit mit Fundstücken, die Restaurierung von Relikten, die Verarbeitung aller Eindrücke mittels künstlerischer Betätigung oder eigener Aufgabenstellungen umfassten, beendet waren, wurden die Ergebnisse im Plenum präsentiert. Bis auf wenige Ausnahmen waren wir Schülerinnen und Schüler der Meinung, dass die Workshops uns dabei unterstützt haben, tiefer in das Verstehen des Horrors im Lageralltag vorzudringen.

 

 

Tag 3:

An unserem letzten Seminartag in der Jugendbegegnungsstätte Buchenwald galt es zu wählen, mit welchem Thema wir uns abschließend befassten wollten. Es bestand die Möglichkeit entweder mehr über das auf das KZ folgende sowjetische Speziallager Nr. 2 oder über das in der DDR-Zeit errichtete Mahnmal und seine Funktion in der DDR zu erfahren.

Jene Schüler, die sich der Gruppe zum Speziallager angeschlossen hatten, waren erstaunt, dass die Sowjetunion das KZ Buchenwald nach der Übernahme von den Amerikanern, welche es befreit hatten, mit Inhaftierungen ohne Verhandlungen fortfuhr, nun jedoch z.T. mit anderen Zielgruppen.

 

Das KZ Buchenwald wurde mit einigen Änderungen (das von Seuchen geplagte „Kleine Lager“ wurde abgerissen und Häftlinge mussten keine Zwangsarbeit mehr verrichten) übernommen. Aufgrund des anhaltenden Versorgungsmangels starb etwa ein Viertel der Inhaftierten, unter denen sich neben Nazifunktionären auch „Feinde der Sowjetunion“ befanden. So waren sogar 200 KPD- und rund 800 SPD-Mitglieder unter den Häftlingen des Speziallagers.

 

Sehr interessant war es, etwas über die Debatte zum Bau eines Museums und Mahnmals für die Opfer des Speziallagers Nr. 2 zu erfahren. Hierbei war nach der deutschen Einheit 1990 zu bedenken, dass sich unter diesen Opfern auch Menschen befanden, die zuvor Täter waren, so einer der Leiter der „Euthanasie“-Morde (T4-Programm). Als endgültige Lösung wurde das Museum in die Erde hineingebaut, um das KZ-Mahnmal Buchenwald so wenig wie möglich visuell zu beeinträchtigen. Das Denkmal der Opfer, welches aus einem Kreuz mit einem im Boden davor eingelassenen Stein mit der Aufschrift „Die Opfer des Speziallagers“ besteht, ist aufgrund dieser Widmung ebenfalls interessant, denn von dieser Formulierung ausgehend scheint dieses Denkmal nur von den Opfern beziehungsweise deren Angehörigen auszugehen, anstatt von der geeinten deutschen Gesellschaft. Als unsere Gruppen wieder zusammenfanden, gab es die Abschlussevaluation, in welcher wir das Erlebte mit unseren vorherigen Erwartungen abgleichen konnten und unsere eigenen Schlüsse ziehen sollten.

 

 

Wir verließen nach drei Seminartagen die KZ-Gedenkstätte Buchenwald mit verstörenden, aber intensiven Eindrücken, die im Geschichtsunterricht so konkret nicht zu gewinnen gewesen wären, diesen aber sinnvoll ergänzten.

 

 

Daher danken wir 52 Kursteilnehmer/-innen den beiden sehr kompetenten Gedenkstätten-Pädagogen, unseren vier begleitenden Lehrkräften sowie der Hessischen Landeszentrale für Politische Bildung, die unsere Fahrt ermöglichten bzw. unterstützten. Diese Fahrt ist zurecht ein zentraler Bestandteil des Fahrtenkonzeptes am Gymnasium Nidda - und soll es bleiben !

 

 

Ankündigungen

Faszination Schule

Schule ist eine Herausforderung     

... nehmen wir sie an!

Schule ist ein Abenteuer

... lassen wir uns darauf ein!

Schule ist ein Ziel

... verfolgen wir es unbeirrt!

Schule ist eine Reise

... machen wir uns auf den Weg!

(Schulprogramm 2012)

Termine

07.11.

 

Irish Actors

19.-21.11.

 

Young Americans

 06.12.

 

Mathematikwettbewerb Jahrgangsstufe 8

Vorlesewettbewerb Jahrgangsstufe 6

18.12.

 

Weihnachtskonzert Echzell

19.12.

 

Weihnachtskonzert Nidda

25.01.

 

Gentechnisches Praktikum der Q1

31.01.

 

Pädagogischer Tag

09.02.

 

Tag der offenen Tür

 

 

 

 

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